- Informationen aus dem Freiburger Bibliothekssystem -
Personalbibliographien sind ein Gebiet, das relativ formal zu behandeln ist. Der Normalfall ist die Beschlagwortung mit dem Personennamen und dem Formschlagwort »Bibliographie«, eventuell um eine Zeitangabe ergänzt. An problematischeren Arbeiten kommen bei der Aufarbeitung solch eines Bestandes die nötigen Neuansetzungen sowie kompliziertere Sachverhalte im Falle von Sammlungen an bestimmten Bibliotheken o.ä. hinzu.
Zumindest der erste Teil - die Beschlagwortung mit vorhandenen Personennamen und dem Formschlagwort - läßt sich aber durchaus auch mit den Auszubildenden des Mittleren Dienstes durchführen, und so haben wir eine Ausbildungswoche des jetzt fast »prüfungsreifen« Jahrgangs zur Einführung in die Sacherschließung mit praktischen Übungen bei den Personalbibliographien durchgeführt. Das Ergebnis war geradezu sensationell: Die Grupp HBA 24 - Personalbibliographien ist inzwischen vollständig bearbeitet. Die Praktikanten »MD« haben die vorhandenen Personenschlagwörter gesucht und angehängt und bei Fehlen von Personenschlagwörtern und in unklaren Fällen entsprechende Vermerke gemacht. Die Beschlagwortungen wurden inzwischen allesamt überprüft. Ergänzend dazu wurden die fehlenden Schlagwörter neu angesetzt. Die slawischen Titel wurden gleich an den Fachreferenten weitergegeben. Mit einigen noch anstehenden Nacharbeiten ist damit der Bestand fertig bearbeitet. Im Südwestverbund ist er recherchierbar, in der Testversion des OLIX-OPAC allerdings erst nach Neueinspielung aller Titel, da die Einspielung von Sekundärkorrekturen bislang noch nicht funktioniert.
Letzteres ist bedauerlich, aber in diesem Fall verschmerzbar, denn bei den Personalbibliographien ist das Fehlen der Sacherschließungskomponente nach RSWK im OLIX noch gerade hinnehmbar, da die einfachste Beschlagwortungsform - Name und Formschlagwort - hier fehlerfrei recherchierbar bleibt. Für die komplizierteren Beschlagwortungen, die auch Sachschlagwörter etc. umfassen, gelten jedoch die Einwendungen gegen das rudimentäre Sacherschließungsinstrumentar im OLIX, die schon mehrfach seit der Einführung vor über einem Jahr genannt worden sind und die bei komplizierteren Beschlagwortungen zu regelrechten Suchkatastrophen führen können. Auch wenn man eine Katalogsoftware durchaus in ihrer relativen Bedeutung sieht und nicht so große Erwartungen hegt, wie sie die Vorstellung des OLIX beim Verbandstreffen 1995 des VDB in Freiburg ausdrückte, bleibt das Fehlen der RSWK-Komponente und ihrer Voraussetzungen (Schlagwortstammdatei!) ein auf längere Zeit nicht hinnehmbarer Mangel. Da die verschiedenen OLIX- Versionen nun peu à peu im Lande eingeführt werden, wird der Bedarf immer dringender. Wenn die herkömmliche Sacherschließung qualitativ angemessen ersetzt werden soll, kann man hierauf nicht oft genug hinweisen. Die inzwischen erheblichen Sacherschließungsleistungen im Verbund durch Einspielen von DB- Daten und Eigenleistungen sollten nicht vergeblich erbracht sein.
Albert Raffelt
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