- Informationen aus dem Freiburger Bibliothekssystem -
BWSK - Was ist das?
Fachredaktionen
Mit Beginn der kooperativen Sacherschließung im
Südwestverbund (SWB) am 1. Juni 1994 wurden 4 Fachredaktionen
gebildet. Sie sind dafür verantwortlich, daß die von den
Sachbearbeitern in den Bibliotheken des Verbundes neu vergebenen
Schlagwörter regel-konform sind, d. h. sowohl den "Regeln
für den Schlagwortkatalog (RSWK)" als auch den Anforderungen der
Deutschen Bibliothek, bei der die Schlagwortnormdatei (SWD) geführt
wird, entsprechen.
Es handelt sich um:
BWSG zuständig für G eistes- und
Sozialwissenschaften (Sitz: LB Stuttgart, Frau Schneider)
BWSK
zuständig für K örperschaften und Geographika (Sitz:
UB Freiburg, Herr Stark)
BWSN zuständig für N
aturwissenschaften/Technik/Medizin (Sitz: UB Heidelberg, Frau Dr.
Mauthe)
BWSP zuständig für P ersonennamen und
anonyme Werktitel
(Sitz: UB Konstanz, Herr Dr. Wilkens)
Dazu kommt:
BWSWD , d. i. die SWD-Redaktion des SWB (Sitz: UB Kaiserslautern,
Frau Schmitt)
(BW steht für Baden-Württemberg, S für
Sacherschließung)
Lokalredaktion
Neue Schlagwörter, die in Form eines "Schlagwortsatzes"
angelegt werden müssen, oder Anträge auf Korrektur eines
Schlag-wortsatzes, werden an die Lokalredaktion der Bibliothek geschickt
(in der UB Freiburg an Herrn Dr. Raffelt). Hier wird geprüft, ob die
Richtlinien für die Verschlagwortung eingehalten wurden. Bei
Unklarheiten wird der Satz mit entsprechenden Anmerkungen (rem) an den
Urheber zurückgeschickt. Bei Regelkonformität leitet die
Lokalredaktion den Satz an die zuständige Fachredaktion weiter.
Prüfungen durch die Fachredaktion
Die Fachredaktion ruft täglich die eingegangenen Neuansetzungen und
Korrekturanträge ab. Sie prüft:
- Ist sie zuständig? Wenn nicht, entsprechende Umleitung.
- Ist das Schlagwort des neuen Satzes schon vorhanden (ev. unter anderer Namensform)? Wenn ja, Urheber benachrichtigen.
- Ist das Schlagwort regelkonform angesetzt?
- Entspricht der Satz den Anforderungen des SWB, bzw. der DB, d. h. sind alle Kategorien besetzt und alle nötigen Angaben vorhanden.
Alle Neueingänge werden ausgedruckt, seitenweise nummeriert und durch
ein alphabetisches Register erschlossen (wichtig für
Rückfragen).
Prüfung bei Geographika
Das bedeutet für Geographika :
- Die Neuansetzung muß auf einer anerkannten Quelle fußen. Die "Liste der fachlichen Nachschlagewerke" nennt Lexika, die nach einer festgelegten Rangfolge zu konsultieren sind. So muß ein französischer Ort erst im Br
ockhaus recherchiert werden. Ist die Suche dort erfolglos, werden Meyer, Knaurs Weltatlas, Columbia Lippincott Gazetteer usw. herangezogen. Erst wenn damit kein Nachweis möglich ist, darf die Form der Vorlage verwendet werden.
- Die Quelle muß in der festgelegten normierten Form angegeben werden (z. B. "B 1986" für die neueste Auflage des Brockhaus).
- Zusätze zum Namen müssen den Regeln entsprechen (z. B.: "Homburg <Höhe>", nicht: "Bad Homburg vor der Höhe").
- Verweisungen von alternativen Formen der Nachschlagwerke oder der Vorlage müssen vorhanden sein.
- Die Zugehörigkeit eines Geographikums zu einem Staat wird durch einen Ländercode ausgedrückt.
Prüfung bei Körperschaften
Für Körperschaften bedeutet es in ähnlicher Weise:
- Bei jeder Neuansetzung muß geprüft werden, ob in der GKD ein Satz existiert. Wenn ja, ist darauf zu achten, daß dieser Satz korrekt in das SWD-Format umgesetzt wurde, da die GKD andere Ansetzungsregeln hat (nationalsprachliche Ans
etzung unter dem Namen der Körperschaft, erforderlichenfalls mit einem Geographikum als Ordnungshilfe, Aufführung bekannter Alter-nativformen, eigene Sätze bei Namensänderungen; SWD: nach Möglichkeit Ansetzung unter deutscher Name
nsform, unter dem Geographikum bei ortsgebundenen, unter dem Namen bei nicht ortsgebundenen Körperschaften, Anlegen eigener Sätze bei Namensänderung nur, wenn mit ihr eine wesentliche Änderung des Charakters verbunden ist, usw. Vgl. Be
ispiel).
- Die Zugehörigkeit der Körperschaft zu einem Staat wird durch einen Ländercode ausgedrückt, die sachliche Zuordnung durch Systematiknummern.
- Läßt sich aus dem Namen der Körperschaft nicht entnehmen, worum es sich bei ihr handelt, werden an der dafür vor-gesehenen Stelle Definitionen eingefügt, eventuell auch Angaben über Gründungsjahr, Namensänderun
gen, Benutzungshinweise u. dgl.
Änderungswünsche
Änderungsanträge für schon existierende Sätze
müssen entsprechend begründet werden, da sie weitreichende
Konsequenzen haben können und u. U. die Zustimmung anderer
Verbundpartner erfordern. Bloße Schönheitskorrekturen sind bei
der DB unerwünscht.
Beispiel für Umsetzung GKD-Satz d SWD-Satz:
GKD-Satz:
TIT 45
idn 163603
gkd 2014406-4
dat L:16/04/85 BEARB.:GKD K:17/10/92 BEARB.:GKD
800 Institut Narodov Azii <Moskva>
802 2014406-4
808 su
810 Akademija Nauk SSSR <Moskva> / Institut Narodov Azii
811 Institut für die Völker Asiens <Moskva>
812 Akademija Nauk SSSR <Moskva> / Institut für die Völker Asiens
813 Institute of the Peoples of Asia <Moskva>
814 Akademija Nauk SSSR <Moskva> / Institute of the Peoples of Asia
815 Institutum Populorum Asiae <Moskva>
816 Akademija Nauk SSSR <Moskva> / Institutum Populorum Asiae
850 1000125-6
SWD-Satz:
idn 313547
dat N:17/01/95 BEARB.:VBZ K:31/01/95 BEARB.:VBZ
swd 4361371-8
S01 c.Moskau / Institut für die Völker Asiens
S02 Q:GKD 2014406-4
S03 hm
S04 6.5
S05 4361371-8
S10 k.Institut für die Völker Asiens / Moskau
S11 c.Moskau / Institut Narodov Azii
S12 k.Institut Narodov Azii / Moskau
S13 c.Moskau / Russische Akademie der Wissenschaften / Institut für die Völker Asiens
Beispiel für BWSK-Bearbeitung:
Eingegangener Satz:
TIT 1
idn 286646
dat N:06/06/94 BEARB.:
adr bwsk
swd I286646
S01 c.Ferrara / Palazzo dei Diamanti
S02 Q:GKD
S10 k.Palazzo dei Diamanti / Ferrara
Bearbeiteter Satz:
TIT 1
idn 286646
dat N:06/06/94 BEARB.: K:02/11/95 BEARB.:bwsk
adr bwswd
rem bwsk ist einverstanden
swd I286606
S01 g.Ferrara / Palazzo dei Diamanti
S02 Q:B 1986
S03 fi
S04 31.3ab
S98 swdn
Endgültiger Satz:
TIT 1
idn 286646
dat N:06/06/94 BEARB.: K:14/11/95 BEARB.:VBZ
swd 4391596-6
S01 g.Ferrara / Palazzo dei Diamanti
S02 Q:B 1986
S03 fi
S04 31.3ab
S05 4391596-6
Korrekturen
Entspricht ein neuer Satz nicht den Ansetzungsregeln, wird er von der
Fachredaktion entsprechend korrigiert. Insbesondere muß versucht
werden, die Quellenangabe "Vorlage" durch anerkannte
Nachschlagwerke zu ersetzen; das ist häufig bei den Ansetzungen
kleinerer Bibliotheken erforderlich. BWSK kann auf den reichhaltigen
Bestand an Nachschlagewerken in HBA und Lesesälen, z. T. auch im
Magazin, zugreifen. Die wichtigsten Werke sind auch am Arbeitsplatz
vorhanden. Keine Zugriffsm&ou ml;glichkeit besteht dagegen auf Datenbanken
oder gar Internet.
Rückfragen
Bei Divergenzen in der Regelwerksauslegung wird Rücksprache mit dem
Urheber des Satzes genommen oder ein Spezialist wird um Rat gefragt. Bei
sehr komplizierten Sachverhalten ist auch ein Anruf bei den sehr
hilfsbereiten Damen der DB sinnvoll. Dies ist besonders dann
erforderlich, wenn eine offensichtliche Diskrepanz zwischen Regelwerk und
alten SWD-Sätzen besteht.
BWSWD
Hält die Fachredaktion den Satz für richtig, schreibt sie einen
entsprechenden Vermerk in die rem-Kategorie und schickt ihn an BWSWD, die
SWD-Redaktion in Kaiserslautern. Dort wird er nochmals überprüft
und dann in die SWD eingegeben.
Neuerfassungslisten
Alle Neuansetzungen und Korrekturen werden von der DB in
wöchentlichen Listen veröffentlicht. Die Fachredaktionen sehen
diese Listen durch, um Eingabefehler und Druckfehler festzustellen. Auch
auf die Ansetzungen aus anderen Verbünden wird ein Auge geworfen,
wenn es die Zeit erlaubt.
Mailbox
Rückfragen der DB oder der SWD-Verbundpartner werden über BWSWD
als Mailboxen an die Fachredaktionen geschickt. Diese können die
Anfragen in Kenntnis eines Vorganges entweder selbst beantworten oder an
die Lokalredaktion der Urheberbibliothek weiterleiten. Für die
Beantwortung derartiger Anfragen hat die DB eine Frist von sechs Wochen
gesetzt, die überwacht werden muß.
Weiteres
Weitere Tätigkeiten umfassen Beratung bei Ansetzungsproblemen oder
Regelwerksauslegungen und Stellungnahme zu Regelwerksänderungen oder
-kommentaren.
Statistik
Auch eine Statistik wird geführt: Im Jahre 1995 gingen
- 2251 Neuansetzungen und Korrekturwünsche ein. Davon konnten
- 955 unverändert weitergeleitet werden,
- 832 wurden korrigiert,
- 100 mußten an die Urheber zur Korrektur zurückgeschickt werden,
- 109 Sätze wurden von BWSK zusätzlich angelegt,
- 67 Sätze wurden wieder gelöscht.
Die Bearbeitungszeit für einen Satz ist sehr unterschiedlich: sie
kann einige Minuten oder auch mehrere Stunden betragen.
(St)
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