EXPRESSUM - Informationen aus dem Freiburger Bibliothekssystem -

Das Dezernat Erwerbung 1996

Trotz Kürzungen der Etatansätze für die Literaturbeschaffung konnten gravierende Einbrüche durch Sondermittel des Ministeriums und der Universität noch einmal abgewendet werden. Von besonderer Bedeutung war in diesem Zusammenhang die finanzielle Unterstützung durch die Universitätsverwaltung für zentrale CD-ROM-Dienstleistungen (Juris, Wiso ... etc.) der Universitätsbibliothek. Gleichwohl zeichneten sich die finanziellen Engpässe in diesem ständig expandierenden Bereich bereits ab, so daß künftig auch bei den elektronischen Publikationen mit Abbestellungen gerechnet werden muß.

Ein Vergleich der Ausgabenentwicklung 1996 mit dem Vorjahr läßt die leicht rückläufige Entwicklung bei den CD-ROM-Ausgaben bereits erkennen. Ansonsten sind bei den Ausgaben für Zeitschriften, Fortsetzungen, Rückergänzungen und Einband

Abb. Ausgabenverteilung 1995

Abb. Ausgabenverteilung 1996

im Vergleich zu 1995 kaum Veränderungen festzustellen.

Monographien

1996 standen für Monographien, Fortsetzungen und Lehrbuchsammlung insgesamt 2.478.359,-- DM zur Verfügung. Dies entspricht in etwa den Ausgaben des Vorjahres. Die Ausgaben für die Lehrbuchsammlung mit 875.222,-- DM sind ebenfalls nahezu konstant geblieben, so daß die Literaturversorgung für die Studierenden in dem bisherigen Umfang aufrecht erhalten werden konnte.

Für CD-ROM im Monographienbereich sind gegenüber dem Vorjahr 56.000,-- DM weniger ausgegeben worden. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Erstausstattung nunmehr als weitgehend abgeschlossen gelten kann. Neue Produkte werden nach sorgfältiger inhaltlicher und technischer Prüfung sowie Abstimmung mit den betroffenen Fachbereichen angeschafft, soweit sie in das Erwerbungsprofil der Bibliothek fallen.

Der Zugang im Monographienbereich betrug 1996 53.730 Einheiten. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang um 11 % zu verzeichnen, was in direktem Zusammenhang mit Einschränkungen beim Kauf von Mikroformen gesehen werden muß.

Erneut ist darauf hinzuweisen, daß ein Teil der Literaturanschaffungen zu den Themenbereichen Frankreich, Geld, Bank, Börse sowie den deutsch-amerikanischen Beziehungen auch 1996 wieder durch die großzügige Förderung des Frankreichzentrums, des Verbandes der Freunde der Universität sowie durch das Institute of European Studies finanziert worden ist.

Im Sachgebiet Geschenk-, Tausch- und Hochschulschriftenstelle ist der Zugang weiterhin rückläufig, da immer weniger Institutionen aus wirtschaftlichen Gründen bereit sind, ihre Publikationen kostenlos abzugeben. Gleichwohl konnte die UB durch die großzügige Schenkung von Autoren-Belegexemplaren durch Herrn Dr. Hermann Heidegger ihre Heideggersammlung weiter ausbauen.

Nachdem jahrelang zwischen UB und Militärgeschichtlichem Forschungsamt systematische Kaufabsprachen durchgeführt worden sind, war nach dem Umzug des Forschungsamtes nach Potsdam ein Teil der Fachliteratur zur Militärgeschichte in Freiburg nicht mehr vorhanden. Dankenswerterweise hat das Militärarchiv der UB eine große Anzahl von Dubletten älterer militärgeschichtlicher Literatur zur Verfügung gestellt. Ein Teil der Bestandslücken konnte dadurch inzwischen geschlossen werden.

Als bedeutendste Schenkung ist jedoch die Privatbibliothek der Freiburger Ehrenbürgerin Dr. Gertrud Luckner zu nennen. Durch die testamentarische Verfügung von Frau Luckner konnte die UB eine wertvolle Spezialsammlung zum Holocaust, Judentum, Staat Israel und den deutsch-israelischen Beziehungen erwerben, die die vorhandenen Bestände hervorragend ergänzen.

Personal

Nachdem sich das im Zuge der Automatisierung der Monographienakzession eingeführte Rotationssystem der Diplomkräfte voll bewährt hat, ist nunmehr auch das Sachgebiet Geschenk-, Tausch- und Hochschulschriftenstelle in das Rotationsverfahren integriert worden. Voraussetzung war, daß sich alle an der Rotation beteiligten Personen in das noch fehlende Sachgebiet gründlich einarbeiten mußten.

Vorteil dieser Rotation ist, daß jetzt alle Diplomkräfte in jedem Sachgebiet voll eingearbeitet sind und durch den regelmäßig sich wiederholenden Einsatz in allen Bereichen auf dem Laufenden bleiben. Der dadurch mögliche flexible Einsatz hat sich besonders in Stoßzeiten oder bei Urlaub und Krankheit bewährt. Hinzu kommt, daß jedem(r) Mitarbeiter(in) noch ein bestimmter Sonderbereich (Zollbearbeitung, Dateienpflege, Non- Book-Materialien etc.) zugewiesen ist, für den er (sie) sich voll verantwortlich fühlt. Diese Organisationsform hat sich sehr positiv auf den Teamgeist und die Motivation der einzelnen MitarbeiterInnen ausgewirkt. Mehr Arbeitszufriedenheit, höhere Flexibilität und ein geschärfter Blick für Zusammenhänge lassen sich als Ergebnis festhalten.

Für die Zusammenlegung der Dezernate Erwerbung und Katalogisierung wird das Rotationsverfahren künftig die Basis bilden.

Zeitschriften

Der Zeitschriftenabonnementbestand ist weiterhin rückläufig. Die Gesamtzahl mit 5.860Abonnements liegt um 25 niedriger als im Vorjahr. Auch bei den Kaufzeitschriften mit 4.010 Abonnements ist ein leichter Rückgang festzustellen. Hier macht sich das aus Etatgründen seit drei Jahren praktizierte Prinzip des neutralen Zeitschriftenneuerwerbs bemerkbar: Für jede neue Zeitschrift ist ein gleichwertiges Abonnement abzubestellen. Dieses Verfahren erlaubt es uns bislang, trotz der allgemein schwierigen Haushaltslage, einschneidende Veränderungen des Zeitschriftenbestandes zu verhindern.

Die Gesamtausgaben für Zeitschriften sind im Berichtsjahr um ca. 5 % gestiegen. Nicht unbeträchtlich ist darin der Anteil der Rückergänzungen. 1996 haben wir nochmals dank der Unterstützung des Frankreichzentrums unsere Spezialsammlung französischer Tageszeitungen ergänzen können.

Bei den laufenden gedruckten Zeitschriften ist eine Steigerung um 15 % zu verzeichnen. Erstmals wurde 1996 mit 1.156.004,-- DM die Millionengrenze überschritten.

Die Ausgabenverteilung im Zeitschriftenbereich ist nachstehender Graphik zu entnehmen:

Graphik zur Ausgabenverteilung

Bei dem zu beobachtenden Rückgang der Ausgaben für CD-ROM um ca. 11 % hat sich der Wegfall der Rückergänzungen bereits ausgewirkt. In den Vorjahren sind noch zahlreiche Mittel in den Aufbau des Grundbestandes an CD-ROM-Datenbanken geflossen.

Automatisierung

Die Automatisierung der Monographienakzession kann mit dem Berichtsjahr 1996 als abgeschlossen gelten. ALLEGRO läuft im Routinebetrieb stabil, abgesehen von einigen kleineren strukturellen Schwächen, die jedoch nur durch Programmänderungen in Braunschweig behoben werden können. Die Automatisierung der Erwerbungsstatistik im Monographienbereich hat durch die Anbindung an die weiterhin konventionell zu führende Statistik der Zeitschriftenakzession nicht in vollem Umfange die erwartete Rationalisierung gebracht. Gleichwohl sind durch die Automatisierung in der Monographienakzession weitere Personalkapazitäten freigesetzt worden, so daß damit begonnen wurde, neben dem laufenden Erwerbungsgeschäft, sich an der Katalogkonversion zu beteiligen.

In der Zeitschriftenakzession wird weiterhin konventionell gearbeitet und voraussichtlich erst mit dem neuen Landessystem auf EDV umgestellt.

(Kowark)


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