- Informationen aus dem Freiburger Bibliothekssystem -
UB-Bilanz 1997 : Bestände und Dienstleistungen weiter ausgebautUnter der URL: http://www.ub.uni-freiburg.de/zahlen.html ist die alljährliche Statistik "Die UB in Zahlen" jetzt für das Jahr 1997/98 einsehbar. Die Zahlen sagen einiges aus, jedoch steckt mehr dahinter, als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Die folgenden Ausführungen sollen dies ein wenig verdeutlichen. Im vergangenen Jahr, das unter dem Vorzeichen drohender (und zum Teil auch tatsächlich eingetretener) Etateinschnitte begonnen hatte, vermochte die Universitätsbibliothek allen pessimistischen Prognosen zum Trotz ihre Bestände an Medien aller Art - Druckwerke, Mikromaterialien, audiovisuelle Medien, elektronische Publikationen – sowie ihre Dienstleistungen für die Universität und für die Bevölkerung noch weiter auszubauen. Zu danken ist dies einerseits der Universität selbst, die ihrer Zentralbibliothek jede erdenkliche Unterstützung gewährt hat, andererseits aber auch der Landesregierung, die Sondermittel für Literatur und im Rahmen des Programms "Zukunftsoffensive Junge Generation" zusätzliche Mittel für verlängerte Öffnungszeiten zur Verfügung gestellt hat. Die Bibliothek steigerte ihren Gesamtbestand an Medien 1977 um über 115.000 Einheiten auf knapp 3.15 Millionen Medieneinheiten. Darunter sind zwar immer noch über 2.5 Millionen gedruckte Medien, jedoch nimmt der Anteil der neuen Medien (Mikroformen, Video- und Tonkassetten, CD-ROM) mit deutlich über einer halben Million Einheiten stetig zu. Mit etwa 1.65 Millionen Ausleihen im vergangenen Jahr – das entspricht ungefähr 6.000 Ausleihen pro Öffnungstag - nimmt die Universitätsbibliothek Freiburg weiterhin einen Spitzenplatz unter den wissenschaftlichen Bibliotheken des Landes und des Bundes ein. Sie versorgte knapp 38.000 Entleiher(innen) mit den gewünschten Medien. Die Lesesäle und die Informationseinrichtungen der Bibliothek wurden mit einer Gesamtfrequenz von rund 1.08 Millionen in Anspruch genommen, das sind pro Öffnungstag circa 4.000 Fälle. Angesichts dieser vergleichsweise hohen Zahl war es insbesondere für die Studierenden von ganz besonderer Bedeutung, dass ab Oktober 1997 die Öffnungszeiten des Gebäudes von Montag bis Freitag abends von 20 Uhr auf 22 Uhr ausgedehnt werden konnten. Der befürchtete Rückgang bei der Zahl der laufenden Zeitschriftenabonnements konnte ebenfalls gering gehalten werden: In der UB standen zum Ende des Jahres 1997 insgesamt 5.843 verschiedene wissenschaftliche Zeitschriftentitel bereit – immer noch eine stattliche Zahl, auch wenn vor Jahren schon einmal über 6.000 Titel laufend gehalten werden konnten. Erfreulicherweise waren die Zahlen der nehmenden (passiven) Fernleihe im abgelaufenen Jahr weiter rückläufig: Es wurden rund 39.500 Bestellungen auf Bücher und Zeitschriftenartikel, die von anderen Bibliotheken besorgt werden sollten, abgegeben. Das ist gegenüber 1996 ein Rückgang um immerhin 800 Bestellungen. Demgegenüber steigt die Zahl der von auswärts eingehenden Bestellungen des gebenden Leihverkehrs weiter an: Eingesandt wurden ca. 48.500 Bestellungen auf Bücher und Zeitschriftenartikel, die in der UB Freiburg nachgewiesen waren. Diese Tatsache, dass in immer größerem Umfang "gegeben" als von anderen "genommen" wird, belegt u.a. die erheblichen Vorteile der funktionierenden Erwerbungskooperation innerhalb des Freiburger Bibliothekssystems. In steigendem Umfang wurden allerdings 1997 medizinische und naturwissenschaftliche Fachzeitschriften auch als elektronische Volltexte kostenlos im Test bereitgestellt, so dass, jedenfalls für die neuesten Jahrgänge dieser Periodika, eine rasche Verfügbarkeit der benötigten Zeitschriftenartikel am Arbeitsplatzrechner der Universitätsangehörigen gegeben war. Die Universitätsbibliothek stellte 1997 fast 500 elektronische Zeitschriften über das universitäre Datennetz zur Verfügung. Um dem auch in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen wachsenden Interesse an elektronischen Volltexteditionen (z.B. der Literatur, Philosophie und Theologie) Rechnung zu tragen, wurden in den Lesesälen zusätzliche PC-Arbeitsplätze eingerichtet. In die selbständige Benutzung dieser Plätze wurde durch eine regelmäßig angebotene Schulung eingewiesen. Als besonders gefragt erwiesen sich u.a. die "Patrologia Latina", die elektronische Version der Weimarer Ausgabe von Goethes Werken sowie der "Spiegel" und die "FAZ" auf CD-ROM. Bei den Dienstleistungen der Bibliothek gab es im vergangenen Jahr vor allem den Austausch des langjährigen und bewährten Ausleihsystems OLAF 2 durch den von der Firma BiBer entwickelten Nachfolger OLAF 3 zu vermelden. Sodann gelang es, im WWW das neue Ausleihsystem an den Online-Katalog zu koppeln, so dass die Katalogrecherche im WWW-Online-Katalog direkt in eine OLAF-Anfrage oder OLAF-Bestellung überführt werden konnte. Der gemeinsam mit dem Rechenzentrum betriebene Datenbankrecherchedienst "InfoBase+" wurde nicht nur hinsichtlich des Datenbankangebots, sondern auch des technischen Komforts weiter ausgebaut. Dies war auch dadurch gerechtfertigt, dass im Jahr 1997 mehr als 200.000 Recherchen in den über InfoBase+ angebotenen Datenbanken durchgeführt wurden. Besonders willkommen bei der enorm angewachsenen Zahl von InfoBase-Nutzern war die neue Möglichkeit, die bei einer Literaturrecherche gefundenen Zeitschriftennachweise mit Freiburger Standort sofort im Online-Katalog über WWW aufrufen und gegebenenfalls im Ausleihsystem direkt bestellen zu können. Auch in diesem Fall entfiel der gesonderte Gang an den Online-Katalog bzw. den OLAF-Bildschirm. Dem Bedarf der Studierenden an der Nutzung von email bzw. von sonstigen Internetdiensten trug die Bibliothek dadurch Rechnung, dass weitere Mail- bzw. Internet-PC’s, teilweise mit Unterstützung des Rechenzentrums, in der Halle und im Informationsbereich eingerichtet wurden. Der neu entwickelte "Navigator Elektronischen Publikationen" sowie die WWW-Seite "Bibliotheks-Service-Punkt" dienten dazu, die über WWW erreichbaren elektronischen Dienste der Bibliothek auf komfortable, übersichtliche Weise den Benutzern zugänglich zu machen. Insgesamt gesehen war das Jahr 1997 für die Bibliothek also nicht nur ein erfolgreiches Jahr für den weiteren Ausbau ihrer Bestände und Sammlungen, sondern sie machte darüber hinaus deutliche Fortschritte in Richtung auf die moderne Infothek, d.h. die zentrale Einrichtung der Universität für wissenschaftliche Information. (sü) |
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