Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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Fachbestand UB

Bestände vor 1900 - Sammlungsschwerpunkte

Der Bestand an Musikdrucken und Musikliteratur vor 1900 in der Universitätsbibliothek Freiburg ist nicht sehr umfangreich und beläuft sich auf 405 Titel (davon 2 Inkunabeln und weitere 66 Titel vor 1800). Er ist in der um 1900 entworfenen und bis 1968 weitergeführt en Systematik (systematische Aufstellung dieser Bestände heute im geschlossenen Magazin) der Aufstellungsgruppe F "Kunst- und Kulturgeschichte" als Anhang zugeordnet. Der alte systematische Katalog gibt Auskunft über die Gliederung in Einzelbereiche und die jeweiligen Titelzuordnungen. Der systematiche Katalog des Altbestandes ist online abrufbar, allerdings ist ein Teil dieser Altbestände bislang noch nicht digital rekatalogisiert.

An dieser Stelle kann nur ein Hinweis auf Sammlungsverdichtungen gegeben werden: Die ältesten und älteren gedruckten Bestände bringen vor allem eine Auswahl wichtiger und/oder verbreiteter Musiktraktate, Harmonie- und Kompositionslehren, Gesangs- und Instrumentenkunden und konzentrieren sich insbesondere auf das 16. und das 18. Jahrhundert. Ihre Provenienz (soweit rekonstruierbar) - Freiburger Bursen und die Klöster des Breisgaus, letztere besonders für die Bestände des 18. Jahrhunderts - wie auch Annotationen weisen sie überwiegend als Materialien für den Musikunterricht und den musikpraktischen Gebrauch in diesen Einrichtungen aus. Zudem ergibt sich für einen Teil dieser Literatur bereits durch die Autoren selbst ein deutlicher lokaler oder regionaler Bezug; dies gilt sowohl für die Zeit des oberrheinischen Humanismus als auch des süd(west)deutschen Klosterbarocks. Wichtigste Namen für diese Bestände vor 1800 seien genannt: Johannes Aventinus, Johann Baptist Besardus, Conrad Celtis, Johann Joseph Fux, Martin Gerbert, Heinrich Glareanus, Matthias/Matthäus Greiter, Matthäus Gugl, Athanasius Kircher, Nikolaus Listenius, Michael Praetorius, Wolfgang Kaspar Printz, Johann Quirsfeld, Georg Rhau, Johann Baptist Samber, Daniel Speer, Andreas Werckmeister usw.

Ähnliche Charakteristika wie für die Musikliteratur vor 1800 gelten auch für die Musikdrucke dieses Zeitraums in den Beständen der Universitätsbibliothek; neben wenigen Madrigalsammlungen des 16. Jahrhunderts (Jacques Archadelt, Orlando di Lasso u.a.) konzentriert sich der gedruckte Musikalienbestand auf die süddeutsch-österreichische (Kloster-)Kirchenmusik des 18. Jahrhunderts (Johann Joseph Emmert, Benedikt Geis(s)ler, Ildefons Haas, Isfried Kayser, Marianus Königsperger, Lambert Kraus, Nonnosus Madlseder u.a.) und vermittelt zusammen mit den handschriftlichen Zeugnissen exemplarisch einen Eindruck von den Musikaktivitäten der Klöster des Breisgaus im 18. Jahrhundert.

Die in Freiburg vorhandenen Musikhandschriften aus den Breisgau-Klöstern werden im Portal "Klosterkultur am Oberrhein"  in digitaler Form vorgelegt. In der Reihe UB-Materialien werden moderne Notenausgaben von Werken in Freiburg und dem Breisgau tätiger Komponisten vorgelegt (Felix Gass, Philipp Jakob Weigel).

Die Freiburger Bestände an Musikliteratur des 19. Jahrhunderts spiegeln erwartungsgemäß die Hinwendung zu musikhistorischen Fragestellungen und bilden einen kleinen Schwerpunkt bei der Kirchenmusik (Gregorianik, deutsches Kirchenlied); ein Teil dieser Bestände ist in der alten Aufstellungssystematik beim Fach Theologie der Gruppe O zugeordnet. Wichtigste deutschsprachige Komponistenmonographien des 19. Jahrhunderts sind vorhanden; aus der Zeit um 1900 ist verstärkt auch die französischsprachige Musikliteratur berücksichtigt.

Für statistische Angaben zu den Beständen an Musikdrucken und Musikliteratur vor 1900 in der Universitätsbibliothek Freiburg siehe:

Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland.
Bd. 7: Baden-Württemberg und Saarland A-H.
Hildesheim : Olms, 1994, S. 127.
[Signatur: HBA 9/719-7 - Präsenzbestand bzw. online:

http://www.b2i.de/fabian?Universitaetsbibliothek_-_Freiburg(Breisgau)

Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Musikhandschriften in der Universitätsbibliothek Freiburg sind beschrieben in:

Die Musikhandschriften der Universitätsbibliothek und anderer öffentlicher Sammlungen in Freiburg im Breisgau und Umgebung / beschrieben von Clytus Gottwald.
Wiesbaden : Harrassowitz, 1979.

[Signatur: LS: Mus 134 Frei 1 und LS: HSS 6 F 465-2 - Präsenzbestände]


Literatur nach 1900 - Sammlungsschwerpunkte

Der Bestand an Musikliteratur des 20. Jahrhunderts in der Universitätsbibliothek Freiburg dokumentiert für die Zeit vor 1945 beispielhaft die Strömungen insbesondere der deutschsprachigen musikwissenschaftlichen Forschung in der ersten Jahrhunderthälfte. Nach 1945 konnte der Bestand in erheblichem Maße internationalisiert werden. Thematisch gesehen sammelte (und sammelt) die Universitätsbibliothek in Absprache mit der Bibliothek des Musikwissenschaftlichen Seminars umfangreich monographische Literatur zur allgemeinen und systematischen Musikwissenschaft und zur Musikgeschichte des deutschsprachigen Raums, Italiens und Frankreichs, mit einigen Einschränkungen auch der anderen europäischen Länder und Nordamerikas. Der Schwerpunkt (insbesondere auch im 20. Jahrhundert) liegt dabei bei der sog. klassischen Musik. Die Literatur zu Musik und Kultur der übrigen außereuropäischen Länder ist im allgemeinen beschränkt auf Nachschlagewerke, wichtigste umfassende Darstellungen und Standardliteratur und wird in der Freiburger Universitätsbibliothek in großen Teilen dem Fach Völkerkunde zugeordnet. Teilgebiete wie die Volksliedforschung und Aspekte der Volksmusik werden vor allem vom Fach Volkskunde gepflegt und dort präsentiert; als Schwerpunkt wird Literatur der Volksliedforschung jedoch am Deutschen Volksliedarchiv / Arbeitsstelle für Internationale Volksliedforschung in Freiburg gesammelt. Musikpädagogische und musikpraktische Literatur gehört - mit Blick auf andere Freiburger Einrichtungen wie die Pädagogische Hochschule, die Staatliche Hochschule für Musik, und die Stadtbibliothek - nicht zum Sammlungsspektrum der Universitätsbibliothek.

Auch in anderen Sparten des Fachgebiets Musik erfolgt der Bestandsaufbau der Universitätsbibliothek Freiburg in Abgrenzung zu den Sammlungen anderer Freiburger Bibliotheken: Im Bereich der Musikalien legt die Universitätsbibliothek Freiburg den Schwerpunkt auf die großen Musikeditionen, auf umfassende Musiksammlungen und auf kritische Gesamtausgaben zu einzelnen Komponisten; Einzelausgaben und Aufführungsmaterialien werden als Neukauf nur in besonderen Fällen erworben.




Spezialsammlungen

Studienpartituren und Tonträgersammlung

Der Bestand an Studienpartituren begleitet vor allem die umfangreiche Sammlung von 19.000 Tonträgern und ebensovielen Video/DVD-Einheiten, die zum Teil auch musikalische Werke enthalten (vgl. Tonträgersammlung). Seit Anfang der 80er Jahre wurde in der Universitätsbibliothek Freiburg eine Tonträgersammlung mit dem Schwerpunkt 'klassische Musik' aufgebaut; ihre Bestände sollen nicht nur als Tondokumente die Musikliteratur begleiten sondern auch für eine Auswahl von Musikwerken durch die Bereitstellung unterschiedlicher Einspielungen Interpretationsvergleiche ermöglichen.


Abspielrollen für Reproduktionsklaviere der Firmen Welte und Hupfeld

Durch Schenkung erhielt die Universitätsbibliothek eine umfangreiche Sammlung an Abspielrollen für die Reproduktionsklaviere der Firmen Welte (Welte-Mignon) und Hupfeld (Phonola), so daß zusammen mit den Beständen im Besitz des Augustinermuseums Freiburg / Museum für Stadtgeschichte jetzt in Freiburg diese Musikaufzeichnungs- und Wiedergabemöglichkeiten gut dokumentiert sind (zu konzertanten Vorführungen vgl. die Seite des Museums für Stadtgeschichte). Auf den Lochstreifenrollen im Universitätsbibliotheks-Bestand ist in Aufnahmen aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts Klaviermusik mit berühmten Komponisten und Interpreten der Zeit kodiert; u.a. liegen Einspielungen mit Busoni, Debussy, Granados, Grieg, Mahler, Prokofieff, Ravel, Reger, Reinecke, Saint-Saens, Skrjabin, R. Strauß usw. vor und erlauben Einblicke weit zurück in Musiktraditionen des 19. Jahrhunderts. Ein Teil dieser Aufnahmen ist in Umsetzungen auf Tonkassette und Musik-CD direkt zugänglich und kann im Lesesaal II der Universitätsbibliothek benutzt werden.

 

Über die Sammlung informieren folgende Listen, die für die Welte-Mignon-Bestände auf der Beschreibung von Herrn Gerhard Dangel, Freiburg (Augustinermuseum) beruhen, der einen vollständigen Katalog der Welte-Mignon-Rollen vorbereitet:

 

Über Umsetzungen auf moderne Tonträger im Bestand der Universitätsbibliothek Freiburg informiert:

Katalog der Tonaufnahmen mit Wiedergaben von Einspielungen auf Reproduktionspianos oder der Welte-Philharmonie-Orgel in der Universitätsbibliothek Freiburg i. Br.

 

Literatur zu den beiden Reproduktionssystemen, Aufnahmen und Dokumente können Sie über die Schlagwortsuche im Online-Katalog ermitteln sowie hier direkt für





Welte-Rolle


Hupfeld-Rolle

Nachlaß Friedrich Zipp

Im Juli 1998 konnte die Universitätsbibliothek Freiburg den Nachlaß des Komponisten, Musikers und Musikwissenschaftlers Friedrich Zipp (1914-1997) übernehmen.

An dieser Stelle finden Sie Kurzinformationen zu Leben und Werk Friedrich Zipps sowie zu Nachlaß und Nachlaßbearbeitung.


Sammlung französischer Musik

Eine umfangreichere Sammlung französischer Musik vor allem des 20. Jahrhunderts ist durch eine Schenkung des Centre Culturel Français im Bestand vorhanden (Vgl. Expressum 2008, Nr. 2, S. 5ff.)


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