Mit Wirkung vom 1. Januar 2011 ist der Universitätsbibliothek Freiburg von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das neu geschaffene Sondersammelgebiet „Grenzgebiete der Psychologie, Parapsychologie (SSG 5.21)“ übertragen worden.
Die Bibliothek des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e.V. (IGPP) wurde bereits seit 1973 von der DFG als Spezialsammlung finanziell gefördert und wird auch weiterhin eine zentrale Rolle bei der parapsychologischen Literatur- und Informationsversorgung spielen. Die enge Kooperation mit der UB ist auch dadurch gewährleistet, dass die Bibliothek des IGPP von UB-Personal verwaltet wird.
Der Service für die Wissenschaftler(innen), Studierenden und sonstigen an parapsychologischen Fragestellungen und Themen Interessierten ist direkt beim IGPP und der Bibliothek angesiedelt.
Ansprechpartner in der UB ist der Fachreferent für Psychologie Dr. Wilfried Sühl-Strohmenger
Wichtige Hinweise
Ausnahme: Die Signaturgruppen Frei122-A und Frei122-Z befinden sich in der Präsenzbibliothek des IGPP und sind dort vor Ort einsehbar. Die Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der Homepage der Bibliothek. - Tel. der Bibliothek: 0761-20721-60.
Geschichte
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Das 1950 von Prof. Hans Bender (1907-1991) in Freiburg i. Br. gegründete Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene e. V. (IGPP) beschäftigt sich mit der systematischen und interdisziplinären Erforschung von bisher unzureichend verstandenen Phänomenen und Anomalien an der Grenze unseres Wissens (www.igpp.de). Darunter fallen insbesondere die von der Parapsychologie seit über 100 Jahren untersuchten Erscheinungen und Grenzerfahrungen. Zum historischen Grundstock der IGPP-Bibliothek gehören die ca. 2000 Bände umfassende Bibliothek der Schweizer Biologin und Parapsychologin Dr. Fanny Moser (1872-1953) mit z. T. seltenen Erstausgaben aus der Frühgeschichte von Mesmerismus, Magnetismus, Okkultismus und Psychical Research sowie die ca. 2500 Bände umfassende Sammlung von Dr. med. Albert von Schrenck-Notzing (1862-1929), eines Münchner Arztes und Psychotherapeuten, der als Erforscher des "Physikalischen Mediumismus" (Telekinese und Materialisationsphänomene) in die Annalen der Parapsychologie eingegangen ist. 1970 begann mit Hilfe der Stiftung Volkswagenwerk der systematische Ausbau und die Erschließung einer umfassenden Literatursammlung auf dem Gebiet der Parapsychologie und grenzwissenschaftlicher Themenbereiche. Diese wurde seit 1973 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen ihres Förderprogramms für Spezialbibliotheken fortgeführt und wird seit 2011 als SSG der UB Freiburg gefördert. Die wissenschaftliche Betreuung des SSG erfolgt durch Dipl.-Psych. Eberhard Bauer vom IGPP (bauer(at)igpp.de) in enger Zusammenarbeit mit der UB Freiburg, die Bewilligungsträgerin der DFG-Förderung ist.
Sammelprofil
Aufgabe des SSG Grenzgebiete der Psychologie / Parapsychologie besteht in der systematischen und möglichst vollständigen Erwerbung des in- und ausländischen Schrifttums, das sich mit dem Gesamtgebiet parapsychologischer und anomalistischer Forschung befasst. Darunter fallen (1) spontane paranormale Erfahrungen (z. B. Telepathie, Hellsehen, Präkognition und Prophetien, Psychokinese, Erscheinungen, Ahnungen, Spuk- und Poltergeistphänomene) wie auch Umfragen, Feldstudien, Laborexperimente und theoretische Modelle einschließlich ihrer historischen Entwicklung, Methoden, Ergebnissen, Problemen, Kontroversen und interdisziplinären Aspekten dieser Grenzgebietsforschung; (2) Psychologische Grenzerfahrungen (z. B. Außerkörperliche Erfahrungen, Nahtoderfahrungen, Luzide Träume, Multiple Persönlichkeiten); (3) Erfassung des gesamten Spektrums der "Grenzwissenschaften", z. B. Okkultismus, Spiritismus (z. B. "Okkulte Praktiken", Pendel, Jenseitskontakte, mediale Kundgaben, Channeling, Wiedergeburtserinnerungen, Tonbandeinspielungen); (4) Esoterik und New-Age-Literatur; (5) Wünschelruten und Radiästhesie ("Erdstrahlen"); (5) Geistige/Spirituelle Heilung und Paramedizin; (6) Astrologie; (7) Magie, Besessenheit, Hexen/Dämonen; (8) Geheimbünde, Sekten, Logen; (9) Kabbala, Numerologie, Symbolistik; (10) Divinations- und Orakelpraktiken (Tarot, I Ging); (11) UFO-Forschung; (12) Zauberkunst und Tricktäuschung; (14) "Anomalistik" (einschließlich der "Forteana", den nach Charles Fort benannten Phänomenen), z. B. Kryptozoologie (Loch Ness, Bigfoot), Atlantis, Bermuda-Dreieck, Astro-Archäologie u. ä.
Digitalisierung ausgewählter Zeitschriftenbestände aus der IGPP-Bibliothek
2005 wurde damit begonnen, ausgewählte Teile des IGPP-Zeitschriftenbestandes zu digitalisieren und diese in Zusammenarbeit mit der UB Freiburg über das Internet zur Verfügung zu stellen. Bisher wurden sieben Zeitschriften online veröffentlicht.
SSG Parapsychologie / Grenzgebiete der Psychologie in Zahlen
Bestand: ca. 52.000 Bände; ca. 250 Zeitschriftenabonnements
Zuwachs: jährlich 1200 Bände
Orts- und Fernleihe: jährlich ca. 25.000
Filmbeitrag von uni.tv
Im Oktober 2006 brachte uni.tv in der Sendung "alma*" einen Filmbeitrag von Sarah Bierling, Julius Erdmann und Simon Klink über das IGPP und seine Bibliothek:
Beitrag aus der 16. uni.tv-Sendung alma* vom Oktober 2006
Autoren:
Sarah Bierling, Julius Erdmann, Simon Klink
Video: Das Sondersammelgebiet Parapsychologie
Dr. Marcus Schröter im Gespräch mit UB-Direktorin Dr. Antje Kellersohn und Eberhard Bauer vom Vorstand des Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP).
Anlässlich der Einrichtung des Sondersammelgebietes "Parapsychologie" durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft an der Universitätsbibliothek Freiburg 2011 erinnern die "Reden des Monats" Februar und März 2011 an eine Reihe von Konferenzen der Jahre 1971 bis 1973, die dem Thema "Parapsychologie" gewidmet waren.
Im Interview wird auf die Entwicklung des Freiburger Forschungsinstituts zurück geblickt und gemeinsam überlegt, welche Perspektiven sich aus dem neuen Sondersammelgebiet ergeben können.
Kontakt
Dipl.-Psych. Eberhard Bauer (IGPP), Tel. 0761/20721-11, bauer(at)igpp.de

