Universität Freiburg

Digital Humanities

Digital Humanities (DH) verbinden geisteswissenschaftliche Fragestellungen mit digitalen Methoden.

Unser Selbstverständnis

Digitale oder digitalisierte Materialien ermöglichen es, klassische Forschungsfragen neu zu beantworten, während digitale Methoden die Reichweite, Form und teilweise den Charakter geisteswissenschaftlicher Fragestellungen verändern. Die UB Freiburg versteht sich dabei als aktive Partnerin der Forschung und Lehre. Hier entstehen Möglichkeitsräume, in denen Geisteswissenschaft und digitale Methoden produktiv aufeinandertreffen. Neben der Bearbeitung eigener DH-Projekte beraten und begleiten wir Forschende bei der Konzeption von Ideen, der Antragsstellung, der technischen Umsetzung und der nachhaltigen Archivierung. Wir verstehen jedes Projekt als Werkstatt, in der wir stetig Neues lernen und entwickeln, um dieses Wissen der Universität und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Dabei leiten uns folgende Grundsätze:

Material matters!

Das Material ist in der Regel der Ausgangspunkt der Forschung. Wir verfügen mit unseren historischen Sammlungen über reichhaltiges Material für Fragestellungen der Digital Humanities und mit dem Digitalisierungszentrum über umfangreiche Erfahrung und Expertise beim Digitalisieren von Quellen. Gerne erforschen wir gemeinsam unsere Bestände oder helfen dabei, neue Quellen zu erschließen.

Go slow and build things!

Die UB Freiburg begegnet neuen Technologien mit kritischer Neugier und Aufgeschlossenheit. Wir testen und experimentieren mit KI-Methoden und Large Language Models, um ihre Potenziale, Grenzen und Risiken für die Digital Humanities zu verstehen. Gleichzeitig bevorzugen wir nachhaltige und nachvollziehbare Lösungen, die über kurzfristige Trends hinausgehen. Durch Transparenz, Reproduzierbarkeit und Nachnutzbarkeit ermöglichen wir es anderen Forscher*innen und Projekten, von unseren Erfahrungen zu lernen.

Openness is not a threat – it is an invitation

Open Access, Open Data und Open Source sind für uns praktische Notwendigkeiten. Wir arbeiten so offen wie möglich und so geschlossen wie nötig. Offenheit ist für uns eine Einladung zur Zusammenarbeit und Weiterentwicklung. Die UB Freiburg arbeitet mit etablierten Standards und Open-Source-Infrastrukturen, um sicherzustellen, dass Daten disziplinübergreifend und international auffindbar, zugänglich, interoperabel und wiederverwendbar bleiben.

Teamwork makes the dream work

Digital Humanities sind interdisziplinär: Sie entstehen im Austausch zwischen Geisteswissenschaftler*innen, Informatiker*innen und Bibliothekar*innen. Das Referat DH fungiert als Schnittstelle zwischen diesen Disziplinen: Wir koordinieren und moderieren Projekte und bringen unterschiedliche Expertise zusammen. Wir kooperieren mit dem DH Lab der Universität Freiburg, der Central Data Facility und den Fakultäten. Darüber hinaus sind wir aktiv im Netzwerk Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) und engagieren uns in internationalen Netzwerken.

Unsere Angebote

Digitalisierung und Erschließung

Historische Quellen, Texte und Bilder müssen digitalisiert und erschlossen werden, um sie für Fragestellungen der Digital Humanities fruchtbar zu machen. Mit dem Digitalisierungszentrum verfügt die UB Freiburg über die technische Expertise und etablierte Workflows, um Quellen nach aktuellen herausragenden Qualitätsstandards zu digitalisieren und mit strukturierten Metadaten zu erschließen. Immer mit dem Ziel, Bestände vollständig, nachvollziehbar und langfristig zugänglich zu machen.

Automatisierte Texterkennung

Die automatisierte Texterkennung mittels OCR (Optical Character Recognition) und HTR (Handwritten Text Recognition) ist eine wichtige Grundlage für die Digital Humanities. Wir entwickeln Workflows für die OCR- und HTR-Verarbeitung größerer Dokumentenbestände, trainieren Modelle für historische Schriften und Drucke und begleiten Projekte bei der Qualitätskontrolle und Nachbearbeitung. Dabei arbeiten wir mit modernen Tools und Plattformen (eScriptorium, Transkribus, LLMs via Open WebUI) und kombinieren automatisierte Verfahren mit fachlicher Expertise – immer mit dem Ziel, fehlerfreie digitale Volltexte zugänglich zu machen.

Digitale Editionen

Digitale Editionen erschließen historische Texte, Briefe, Manuskripte und andere Quellen auf neue Weise: strukturiert, verlinkt, kontextualisiert und durchsuchbar. Sie vereinen editorische Regeln mit technischen Möglichkeiten. Die UB Freiburg unterstützt Editionsprojekte in allen Phasen: von der konzeptionellen Planung über die Annotierung und Kodierung (XML/TEI) bis zur Publikation und Langzeitarchivierung. Dabei arbeiten wir mit etablierten Standards und versuchen gleichzeitig, innovative Ansätze zu integrieren.

Lehre

Digital Humanities sind auch eine Frage der Ausbildung. Wir entwickeln und begleiten Seminare und Kurse, die Studierende mit digitalen Methoden vertraut machen: von der Grundeinführung in OCR und Textanalyse über die Arbeit mit digitalen Quellen bis zu eigenständigen Projektarbeiten. Unsere Lehrangebote verbinden theoretisches Verständnis mit praktischer Anwendung und bereiten Studierende darauf vor, Digital Humanities als selbstverständlichen Teil ihrer wissenschaftlichen Praxis zu verstehen.