Digitalisierung Badischer Adressbücher

Die UB Freiburg und die Badische Landesbibliothek in Karlsruhe digitalisieren ihren Bestand an Adressbüchern des Landes Baden.

Über das Projekt

Nachdem die Freiburger Adressbücher der Jahre 1798 bis 1970 als wichtige historische Quelle von der UB Freiburg bereits digitalisiert wurden, steht diese zentrale Quellengattung zwar für die historischen Ballungszentren – neben Freiburg auch Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim – zur Verfügung. Es fehlen jedoch die kleineren Städte und ländlichen Regionen Badens. Diese Lücke soll nun gemeinsam mit der Badischen Landesbibliothek geschlossen und mit weiteren, etwa 150 Titeln –auch aus einigen an Baden angrenzenden Gebieten wie z.B. aus dem Elsass – eine nahezu flächendeckende Digitalisierung erreicht werden.

Bei Adressbüchern handelt es ich um historische Quellen ersten Ranges für prosopografische, wirtschafts- und sozialhistorische Fragestellungen, die nicht allein von der akademischen, sondern gleichermaßen von bürgerschaftlicher Forschung (Citizen Science) nachgefragt werden. Adressbücher sind periodisch erscheinende Verzeichnisse und zählen zu den ältesten städtisch-kommerziellen Druckerzeugnissen, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Die staatliche Entsprechung des Adressbuches sind sogenannte Staatskalender. Diese entstanden in Frankreich während des Ancien Régime und breiteten sich später in deutschsprachigen Raum aus. Beide Traditionslinien vereinen sich in regionalen Adressverzeichnissen, die Einwohner, Behörden und Wirtschaftsbetriebe eines Ortes verzeichnen. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erschienen im gesamten Deutschen Reich 775 Einwohnerbücher sowie 350 Fachadressbücher nebst 1.650 Fernsprechbüchern. Als „Adressbücher“ werden im Projekt Verzeichnisse klassifiziert, die in den vergangenen Jahrhunderten unter verschiedenen Bezeichnungen erschienen sind – etwa als „Bürgerlicher Schematismus“, „Wegweiser“, „Einwohnerbuch“, „Adressbuch“, „Adress-Kalender“, als „Fernsprechbuch“ oder als „Staats- und Adress-Kalender“.

Historische Adressbücher sind oft nur lückenhaft überliefert. Als Gebrauchsmedien waren sie stark nachgefragt, gingen vielfach verloren oder sind heute kaum mehr benutzbar, da sie auf säurehaltigem Papier gedruckt worden sind. Für eine langfristige Sicherung des wertvollen Informationsgehalts sowie die angemessene Nutzung ist eine umfassende Digitalisierung des überlieferten Bestandes unabdingbar. Da keine Bibliothek einen vollständigen Bestand sämtlicher Adressbücher für das Gebiet des historischen Baden und angrenzender Gebiete besitzt, kann das gemeinsame Projekt der UB Freiburg und der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe die historisch entstandene Lücke weitgehend schließen. Die digitalisierten Adressbücher sollen mittels automatischer Texterkennung (OCR = Optical Character Recognition) im Volltext durchsuchbar angeboten werden. Ihr Nachweis erfolgt über sämtliche relevante Datenbanken, Kulturportale und Digitale Bibliotheken. 

Förderung

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg

Projektpartner

Badische Landesbibliothek Karlsruhe

Projektzeitraum

01.01.2026 – 31.12.2026

Universität Freiburg

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