Ausstellung: „Öko-logics. Die neuen Sphären der Welt.“

Porträt „Heinrich (craniocervical)“, Fotografie auf Textil, 2015

"Wir leben in einer Zeit, in der wir Menschen eine maßgebliche gestalterische Kraft auf diesem Planeten geworden sind. Unser Fingerprint ist bald überall, und die klassische Dichotomie von Natur und Kunst löst sich auf - Artefakte werden durch Biofakte ersetzt, und der Mensch gestaltet nun auch das, was wir klassisch unter Natur verstehen. Meine Arbeit möchte diese Grenzen oder Nichtgrenzen zwischen Natur und Mensch und auch die ethischen Dimensionen unseres gestalterischen Einflusses hinterfragen."

Andreas Greiner

Das auf dem Banner dargestellte Hybridhuhn namens Heinrich, wurde nordöstlich von Berlin in einem Hühnermastbetrieb geboren. Im Oktober 2015 wurde er, vier Wochen alt und reif für die Schlachtung, vom Künstler gekauft und einem Bauernhof übergeben. Dort verbrachte er noch einige Monate als frei lebende "Skulptur"; der Umgang mit dem gefiederten "Kunstwerk" wurde vertraglich festgelegt. So durfte es sein Futter selbst aussuchen und (eher unglücklich verlaufende) Flugversuche unternehmen. Heinrich verstarb am 18. Januar 2016. Er übertraf seine Lebenserwartung um viele Monate, obwohl sein Leben im Vergleich zu Nicht-Hybridhühner immer noch kurz war.

Das Projekt wird gefördert von:
Stadt Freiburg, Impulsprogramm "Kunst trotz Abstand" des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, Hypo-Kulturstiftung, Erzbischof Hermann Stiftung.

Andreas Greiner (© Theo Bitzer)
Andreas Greiner (© Theo Bitzer)
Heinrich, Totus Corpus, 2015 (© Andreas Greiner, Theo Bitzer)
Heinrich, Totus Corpus, 2015 (© Andreas Greiner, Theo Bitzer)
Universität Freiburg

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