Badische Volkskunde

Fragebogen zur Sammlung der Volksüberlieferungen

Die Befragung von Meyer, Kluge und Pfaff aus 1894/95

1894/95 wurde über die Kreisschulämter ein von den Freiburger Universitätsprofessoren Elard Hugo Meyer, Friedrich Kluge und Fridrich Pfaff konzipierter „Fragebogen zur Sammlung der Volksüberlieferungen“ an die 1.500 Schulorte im Großherzogtum Baden versandt und die Lehrer zur Bearbeitung aufgefordert. Für die Erfassung des religiös-kirchlichen Kulturraumes ging ein gesonderter Fragebogen an die Pfarrer. Im Einzelnen wurden folgende Themen abgefragt:

1. Ortsname
2. Flurnamen
3. Familien- und Taufnamen
4. Hausbau
5. Hausmarken oder Hofwappen
6. Volkstracht
7. Nahrung
8. Gewerbe
9. Volkslieder, Kinderreime, Volksschauspiele, Sprichwörter, Schwänke und Schnurren, Ortsneckereien, Nachreden auf Gewerbe, Dorfsprüche, Rätsel.
10. Märchen
11. Sagen
12. Sitten und Gebräuche
13. Sprachliches

Der Rücklauf betrug etwa 20 %. Elard Hugo Meyer hat die Fragen zu „Sitten und Gebräuche“ ausgewertet und 1900 sein Werk „Badisches Volksleben“ publiziert. Seit 1914 werden der Fragenkomplex „Sprachliches“ und sonstige den Dialekt betreffende Antworten für die Erstellung des Badischen Wörterbuchs ausgewertet, ansonsten wird das Fragebogenmaterial vorwiegend für die Erstellung von Ortsmonografien genutzt.

Von den insgesamt 7.400 erhaltenen Antwortseiten zu 507 Orten enthält die Sammlung die Digitalisate der 130 Ortsmappen, die im Besitz der Universität Freiburg sind (überwiegend Arbeitsstelle Badisches Wörterbuch, einige wenige in der Universitätsbibliothek/Nachlass Pfaff). Alle anderen Ortsmappen werden im Badischen Landesmuseum, Außenstelle Südbaden/Landesstelle für Volkskunde in Staufen verwahrt.

Universität Freiburg

Chat