Geschichte von Bibliothek und Kloster

Die Sammlung der barocken Bibliothek

Das Benediktinerkloster St. Peter a. d. Schw., 1093 gegründet als Hauskloster und Grablege der Zähringer durch Berthold II., erlebte nach wechselvoller Geschichte und mehreren tiefgreifenden Zerstörungen durch Brandkatastrophen und Verwüstungen im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen seine letzte Blüte in der Barockzeit. Kirche und Klostergebäude entstanden in dieser Zeit neu: Die von Peter Thumb unter Abt Ulrich Bürgi (1719–1739) erbaute Klosterkirche wurde 1727 eingeweiht. Philipp Jakob Steyrer, Abt des Klosters von 1749 bis 1795, prägte dann die weiteren Bautätigkeiten, insbesondere verdankt sich ihm die Fertigstellung des Bibliothekssaals 1753. Peter Thumb war hier wiederum der Architekt. Herausragende Künstler wie Johann Georg Gigl, Benedikt Gambs, Frank Ludwig Herrmann, Johann Christian Wentzinger und Matthias Faller waren an der Ausstattung des Bibliotheksraums beteiligt. Auch der umfangreiche und sachkundige Ausbau der Büchersammlung trägt vor allem die Handschrift Abt Steyrers. Für die schnell wachsende Sammlung wurde ein Katalog angelegt, der allein bis zum Jahr 1774 rund 13.000 Titel in ca. 14.000 Bänden nachweist.

Die Abtei fiel in der Säkularisation an das Großherzogtum Baden und wurde 1806 aufgelöst. Damit begannen die Inventarisierungsmaßnahmen, um den beweglichen Besitz des Klosters neu zuzuweisen. Entsprechend wurde auch die bis dahin auf ca. 20.000 Bände angewachsene Bibliothek umverteilt: Vor allem die Handschriften und Inkunabeln gingen an die Hofbibliothek in Karlsruhe. Daneben erhielt aber auch die Universitätsbibliothek Freiburg in nicht unerheblichem Umfang Bücher aus St. Peter. Zudem waren Eingaben mit Bücherlisten für den geplanten Aufbau einer Pfarrbibliothek in St. Peter nicht ohne Erfolg, so dass ein gewisser Buchbestand am Ort verblieb. Etliche Bücher aber wechselten auch in privaten Besitz über oder gingen verloren.

(Text: Dr. Angela Karasch)

Das Kloster St. Peter im Schwarzwald. 1812. (Landesarchiv BW, GLAK 14/4)
Quellen und Archivalien zur Klostergeschichte
Universität Freiburg